Gruß­wort zum Neu­jahrs­emf­pang 2022

Tra­di­tio­nell wäre heu­te unser Neu­jahrs­emp­fang im Rat­haus­saal in Eibel­stadt.
Unser dies­jäh­ri­ger Gast­red­ner Dom­ka­pi­tu­lar Cle­mens Bie­ber hat uns ein Gruß­wort zugesandt.

Gruß­wort Dom­ka­pi­tu­lar Cle­mens Bieber:

Eigent­lich woll­ten wir uns zu Beginn des neu­en Jah­res zu einer per­sön­li­chen Begeg­nung zusam­men­fin­den, ermu­ti­gen­de Gedan­ken im Blick auf das Kom­men­de aus­tau­schen und uns im Mit­ein­an­der bestär­ken. Ein unheim­li­ches Virus gefähr­det die kör­per­li­che Gesund­heit, zum Teil aber auch das Den­ken in den Köp­fen man­cher Zeit­ge­nos­sen. Die Kon­se­quenz ist eine immer strik­te­re Distanz und über­bor­den­de Kon­trol­le, dazu unvor­stell­ba­re Belas­tun­gen im medi­zi­ni­schen, aber auch öko­no­mi­schen Bereich. Die Demons­tra­tio­nen, die land­auf land­ab statt­fin­den, wei­sen auf eine zuneh­men­de Spal­tung inner­halb der Gesell­schaft, aber auch auf ein vor­han­de­nes und sich stei­gern­des Gewalt­po­ten­zi­al hin.

Um den Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit beherzt begeg­nen zu kön­nen, braucht es ein fes­tes geis­ti­ges und geist­li­ches Fun­da­ment, auf dem wir ste­hen und von dem aus wir han­deln! Die der­zeit ver­brei­te­ten – wie alle – Ideo­lo­gien tau­gen nicht als Ori­en­tie­rung auf eine mensch­li­che und lebens­wer­te Zukunft hin. Des­halb möch­te ich an der Schwel­le des Jah­res 2021 zum Jahr 2022 zwei Gedan­ken wei­ter­ge­ben, die mei­ne Über­zeu­gung zum Aus­druck brin­gen, dass wir die Her­aus­for­de­rung, eine lebens­wer­te Zukunft mit­zu­ge­stal­ten, nur meis­tern wer­den, wenn wir selbst gehal­ten und getra­gen sind von einer lebens­wer­ten Über­zeu­gung.

Der ers­te Gedan­ke, den ich zitie­ren möch­te, stammt von Dr. Rein­hold Ste­cher (+ 29.1.2013), dem lang­jäh­ri­gen Inns­bru­cker Bischof, der am 22.12.2021 100 Jah­re alt gewor­den wäre. Er schrieb in sei­nem Buch „Die Bot­schaft der Ber­ge“: „Wir brau­chen das Erleb­nis ‚Fels‘ in unse­rem Leben. Wir brau­chen den Fel­sen gül­ti­ger Wahr­heit, der nicht zer­brö­selt und zer­bricht, und wir brau­chen den fes­ten Griff der Über­zeu­gung, mit dem wir uns an die­ser Wahr­heit fest­hal­ten.“

Die Fra­ge, die sich jede und jeder von uns immer wie­der stel­len soll­te, ist: Was ist die Grund­über­zeu­gung, die das eige­ne Leben trägt und mir Hoff­nung und Zuver­sicht und immer wie­der Tat­kraft gibt? Es wäre schlimm, wenn nur noch aus kurz­sich­ti­gen Erwä­gun­gen her­aus agiert und reagiert wür­de.

Von Her­zen wün­sche ich uns allen, dass Jede und Jeder getra­gen und gelei­tet ist von einer fes­ten inne­ren Über­zeu­gung, und dass wir durch unser Enga­ge­ment den Men­schen um uns her­um deut­lich machen, wie wich­tig und – im Blick auf unse­re aktu­el­le Situa­ti­on – not­wen­dig ein geis­ti­ges und geist­li­ches Fun­da­ment für den Ein­zel­nen wie für die Gesell­schaft ins­ge­samt ist. Die Fra­ge nach Sinn und Ziel des Lebens in der Gesell­schaft wach­zu­hal­ten, ist eine der gro­ßen Auf­ga­ben – wich­ti­ger als vie­le tages­po­li­ti­sche Details!

Einen fes­ten Halt im Ver­trau­en auf Gott und von daher uner­schüt­ter­li­che Hoff­nung, Zuver­sicht und Mut, dazu bei allem Got­tes Segen und somit ein gutes neu­es Jahr 2022 wünscht Ihnen

Cle­mens Bieber